Der neue Hühnerstall – Teil 1

Es war klar, ein neuer Stall muss her

Derzeit geht die Produktion neuer Rezepte ein wenig schleppend vor sich, es fehlt im Moment leider ein bisschen die Zeit alles entsprechend dokumentieren und beschreiben zu können. Nichtsdestotrotz gibt es spannende News hier in der Gaumenschmiede, genauer gesagt bei den Piepsons. Wir bauen nämlich gerade den neuen Hühnerstall samt Nebenraum für Futter und Co – hier ein erstes Update wie es uns bisher dabei ergangen ist!

Unser Hühnerstall, den wir 2018 gebaut haben, ist einfach zu klein. Wie bereits in der vorherigen Story erwähnt, haben wir ihn für vier bis sechs Hühner geplant. Derzeit leben elf Hühner in diesem Stall, und da sie ja nur zum Schlafen und Eierlegen hineingehen, geht es sich gerade mal so aus. Weiters ist er nach mehr als fünf Jahren auch schon etwas baufällig, was letzten Sommer zu einem massiven Milbenbefall geführt hat, den wir nicht nochmal haben wollen. Den Winter haben wir also damit verbracht uns zu überlegen, wie wir das Projekt angehen wollen.

Der alte Stall steht auf Stelzen und man muss sich zum Eier holen oder reinigen hineinbeugen, was ein ergonomisches Arbeiten bremst. Deshalb war uns klar, dass wir den neuen Stall als begehbare Hütte bauen werden. Und frei nach dem Motto „Klotzen statt kleckern“ bauen wir diesmal in anderen Dimensionen als das letzte Mal. Die gesamte Hütte wird 12,5 m² groß, wovon der Hühnerstall 7,5m² misst und der sogenannte Wirtschaftsraum, wo dann alle pipirelevanten Dinge gelagert werden, 5m². Beim ersten Abstecken der neuen Grundfläche war ich selbst sehr überrascht wie groß das Ding wird. Nun galt es zu ermitteln welche Baustoffe wir benötigen, und wie viel davon. Und da wir im Laufe des Jahres noch weitere Adaptierungen in unserem Garten vorhaben, mussten wir das auch gleich alles mitberechnen. Denn um die Lieferkosten so niedrig wie möglich zu halten, wollten wir unbedingt alles in einem Aufwasch bestellen.

Anfang März war die Planung dann endlich abgeschlossen und wir konnten alle benötigten Materialien bestellen. In der Zwischenzeit haben wir bereits auf einer Fläche von knapp 15m² 20 Zentimeter tief Erde ausgehoben, um hier ein entsprechendes Schotterfundament machen zu können. Was sich gut getroffen hat, da wir dringend frische Erde für unsere Beete benötigt haben und wir daher fast den gesamten Aushub auf unsere Beete verteilen konnten. Natürlich nicht ohne ihn vorher händisch und feinsäuberlich von so vielen Wurzelstücken und Unkrautresten wie möglich zu befreien.

Kurze Zeit später wurde bereits das Material geliefert und ich hatte dabei ein wenig Sorge, dass sich meine Berechnungen als falsch herausstellen könnten – es war nämlich schon verdammt viel Schotter und Sand. Aber wie gesagt, ein Teil davon ist bereits für andere Vorhaben reserviert.

Gleich am darauffolgenden Tag haben wir begonnen den Schotter für das Fundament aus den Bigbags in Scheibtruhen zu schaufeln und dann zu verteilen. Hier wurde erstmals klar, dass es sich a) um eine äußerst beschwerliche Arbeit handelt und b) meine Berechnungen doch stimmen sollten. Etwas mehr als 3m³ Schotter, das sind übrigens so ca. fünf Tonnen, haben wir benötigt. Nach nur vier Stunden waren wir fertig, also auch körperlich. 625 kg pro Person pro Stunde waren ein respektabler Schnitt, wie wir meinen!

Mit unserem guten Freund Mike haben wir dann auch gleich die 50 Gehwegplatten verlegt, die als Stallboden fungieren werden. Dank guter Vorbereitung konnten wir den benötigten Sand schnell aufbringen und dann problemlos die Platten verlegen. Tags darauf bekamen wir noch Unterstützung von Luke und konnten die Bodenhülsen für die Staffeln einschlagen und jeweils zwischen ebendiesen unsere Schotterkoffer anbringen und füllen. Zu guter Letzt haben wir auch noch das „Gerippe“ aufgestellt.

Der nächste Schritt sollte eigentlich die Schalung werden, da es aber so heiß war, haben wir beschlossen uns zuerst ums Dach zu kümmern, um dann im neu gewonnenen Schatten weiterarbeiten zu können. Also haben wir die Dachbretter verschraubt und sind dann auch gleich aufs Dach um die Schalungsbahn zu verlegen.

Das war der erste Fehler den wir gemacht haben. Es wäre ratsam gewesen zuerst die komplette Schalung anzubringen um dem „Gerippe“ eine ausreichende Stabilität zu geben. Durch unser Herumturnen am Dach haben wir die gesamte Konstruktion an einigen Punkten aus dem Lot bzw. der Waage gebracht! Das ist jetzt nicht wirklich schlimm, aber es wäre jedenfalls besser gewesen zuerst für die notwendige Stabilität zu sorgen. Naja, zumindest haben wir wieder was gelernt.

Die kommenden Tage haben wir dann die Wandschalung angebracht. Mit sogenannten Profilholzkrallen für eine unsichtbare Verschraubung, ein echt lässiges System. Die Nut-Feder-Bretter werden ineinander gesteckt und danach mit diesen Krallen verschraubt. Geht einfach und schnell, nach drei Tagen war fast alles fertig geschalt.

Wie man inzwischen sehen kann, geht es gut voran. Es war sinnvoll sich für die Planung viel Zeit zu nehmen und alles zwei- dreimal durchzusprechen – hier nochmal danke an Mike, der uns bereits in der Planungsphase gut unterstützt hat. Wie ihr wahrscheinlich auf ein paar Fotos gesehen habt, finden die gesamten Bauarbeiten im Hühnergehege unter reger Beteiligung und Bauaufsicht unserer Damen statt.

Nach erfolgter Wandschalung habe ich mich dann doch wieder aufs Dach getraut, allerdings alleine. Die zuvor eingerichteten Dachbleche sind nun auch schon verschraubt und unser Bau zumindest von oben mal wasserdicht. Und auch eine Dachrinne haben wir provisorisch schon mal montiert, wer weiß, wie heiß und trocken der Sommer wird, da wollen wir so früh wie möglich anfangen Regenwasser zu sammeln.

Es fehlen jetzt noch die Türen und die Fenster, sowie einige kleine Abschlussleisten an der Wandverschalung. Aber so im Großen und Ganzen sind wir mit dem bisherigen Fortschritt schon sehr zufrieden! Das nächste Mal kann ich euch dann hoffentlich auch schon von den Innenausbauten berichten.

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