Pizza selbst machen ist gar nicht schwer, jedoch ist es wichtig das richtige Mehl zu verwenden und sich auf eine Gärmethode und Hydration festzulegen. Hier gibt es unendlich viele Möglichkeiten! Wir zeigen euch hier unseren Standardteig, der 24 Stunden gehen darf.
Weitere Details liefern wir euch bald in einem weiteren Beitrag!
Heute haben wir vier verschiedene frühlingshafte Gemüse-Pizze-Ideen für euch kreiert!
VEGETARISCH | HAUPTspeise

Zubereitung
Vorbereitungszeit 15min, Gärzeit 24h | Mittel | 0/5
Gleich vorweg: Wir backen die Pizze mit einem kleinen elektrischen Pizzaofen, der Temperaturen von knapp 400°C erreicht. Wenn ihr sie in einem Backrohr macht, beachtet bitte unsere Anmerkungen unten!
Um vier Personen mit jeweils 2 Pizze zu verköstigen, machen wir einen Teig mit 660g Mehl bzw. Semola. Da der Teig für 24 Stunden kalt gären wird, benötigt er entsprechend mehr Wasser, als wenn man eine Warmgärung machen würde. Wir haben alle Zutaten genau berechnet und empfehlen, dass ihr euch genau daran haltet – hier gilt ausnahmsweise mal nicht GAUMEN mal PI!
Alle Zutaten in eine große Schüssel (mit Deckel) geben und mit einem Mixer mit Knethaken für ca. 10 Minuten gut mischen und durchkneten. Den Teig dann mittig in der Schüssel ausrichten und den Deckel draufgeben. Das ganze sollte nun bei einer Temperatur unter 18°C für ca. 20 Stunden gären. Derzeit funktioniert das bei uns noch sehr gut im Keller. Ihr könnt den Teig aber auch in den Kühlschrank geben.


Nach 20 Stunden hat sich der Teig nun in der ganzen Schüssel breit gemacht und weist etliche Luftlöcher auf. Nun ist es an der Zeit ihn in acht circa gleich große Teile zu teilen. Ihr könnt die einzelnen Teigling natürlich auch auswiegen, wir machen’s eher nach Augenmaß. Bevor wir den Teig aus der Schüssel kippen, ölen wir die Arbeitsplatte noch ein bisschen ein, da der Teig sehr klebrig ist.


Die Teiglinge nun wieder zurück in die Schüssel geben und nochmals für 4 Stunden gehen lassen. Diese werden dann nochmal extra fluffig und lassen sich nun perfekt weiterverarbeiten.


Ihr könnt eure Pizze auch ganz einfach mit einer Tomatensauce bestreichen, wir zeigen euch hier jedenfalls wie wir unsere Tomatensauce für das bestmögliche Aroma verfeinern.


Die feingehackte Zwiebel rösten wir mit dem feingehackten Knoblauch in Olivenöl an und geben dann auch gleich die Kräuter hinzu. Die Mengenangaben beziehen sich hier auf getrocknete Kräuter. Alles kurz durchrösten und dann mit einem Schluck Rotwein ablöschen und das ganze reduzieren. Nun die Tomatensauce dazugeben und alles auf kleiner Flamme für circa 10 Minuten köcheln lassen. Die Sauce sollte dann schon gut eingedickt sein, aber immer noch leicht flüssig sein. Vor dem Auftragen unbedingt auskühlen lassen!

Die Zutaten für den Belag schneidet ihr euch so zusammen, wie ihr es für richtig haltet. Beim Karfiol und Brokkoli am besten die Röschen mit einem Messer vom Strunk abtrennen und für 5 Minuten in siedendem Wasser blanchieren. So bleiben sie bissfest, sind aber nicht mehr roh und am Ende sicher durch.


Wir richten uns alle Zutaten in kleinen Schüsselchen an und stellen alles reihum bereit. In der Mitte lassen wir Platz um dort unseren Teig bearbeiten und ihn dann belegen zu können. Die Arbeitsplatte vor jedem Teigling immer gut mit Semola bestreuen, am besten ihr macht euch gleich einen griffbereiten Haufen davon.
Wir nehmen nun einen Teigling aus der Schüssel und wenden in mehrmals in Semola, so dass er nicht mehr klebrig ist. Mit den Fingern von innen nach außen flach drücken und dabei immer wieder drehen. Braucht ein bisschen, bis man den Dreh raus hat, wir kümmern uns meistens wenig um die Form – es sollte halt nachher in den Pizzaofen passen!


Wir bestreichen den Teig nun mit Tomatensauce, geben als Basis gleich Parmesan drauf und beginnen dann mit dem Belegen – ganz nach Lust und Laune. Die Käsestücke – wir haben uns heute für Quargel, Feta und Blauschimmelkäse entschieden – geben wir immer ganz zum Schluss drauf. Dann geht’s schon ab in den Ofen!


Die richtige Mehl/Semola-Mischung, die Hydration, die Gärzeit und der Ofen spielen perfekt zusammen und erschaffen so einen extra knusprigen, fluffigen Rand!

Zu Tisch bitte!
Unsere kleinen Pizze teilen wir gerne in vier Stücke, da kann man dann gleich runterbeißen!

Hier sind unsere vier Kreationen, die wir uns heute überlegt haben:





Zutatenliste
4 Personen / 8 kleine Pizze
PIZZATEIG (24H GÄRZEIT)
| Pizzamehl (Typo 00), 500g | |
| Semola, 160g | |
| Wasser, 450g | |
| Trockenhefe, 9g | |
| Salz, 22g |
Tomatensauce Deluxe
| Tomatensauce, 300ml | |
| Zwiebel, 1 Stück | |
| Knoblauch, 4 Zehen | |
| Majoran, 2-3g | |
| Oregano, 2-3g | |
| Rotwein zum Ablöschen |
IDEEN FÜR DEN BELAG
| Karfiol | |
| Brokkoli | |
| Spargel | |
| Kohlrabi | |
| Frühlingszwiebel | |
| Knoblauch | |
| grüne Oliven | |
| Sardellen | |
| Parmesan | |
| weitere Käse nach Geschmack |
MusikTIPP
ALBUM
THE ITALIAN ALBUM
verschiedene Interpreten, 1972-1989
Über dieses Album sind wir letztlich mal gestolpert, als wir nach italienischer klassischer Musik gesucht haben. Eine eher untypische Sammlung verschiedener bekannter wie auch weniger bekannter Klassiker, zusammengestellt vom amerikanischen TV-Sender CBS.
Zusätzliche Gedanken
Hydration, Gärzeit und Mehl
Je länger und kälter ein Pizzateig gären soll, desto mehr Wasser wird dafür benötigt. Man spricht hier von der sogenannten Hydration des Teigs. Die Hydration berechnet man indem man den Anteil des Wassers prozentuell zum Mehl/Semola-Anteil ausdrückt. In unserem Fall wären das in etwa 68% Hydration. Wir haben schon Rezepte gesehen, welche mit einer Hydration von 85% arbeiten. Hier gibt es jedenfalls viel auszuprobieren und zu experimentieren. Verschiedene Gärzeiten und Hydrationen mit verschiedenen Mehlen durchspielen und notieren was gut klappt und was weniger – denn zum Ziel kommt man eigentlich alle mal.
Wir haben hier das Pizzamehl von der Haindl-Mühle ausprobiert, das überraschend gut aufgegangen ist und einen sehr fluffigen, knusprigen Teig erzeugt hat. Ansonsten verwenden wir gerne Mehle der italienischen Firma Caputo. Aber hierzu gibt’s in Bälde einen detaillierten Beitrag!
Pizzaofen VS Backrohr
Wir haben einen elektrischen Pizzaofen, der sich innerhalb von 10 Minuten auf knapp 400°C aufheizen lässt. Das ist so die ideale Temperatur um einen knusprigen Teig zu bekommen und die Pizza nicht länger als 5 Minuten backen zu müssen.
Bevor wir uns den Pizzaofen angeschafft haben, haben wir unsere Pizze bei 250°C Ober-Unterhitze im Backrohr gebacken. Das funktioniert auch sehr gut, dauert aber länger – in etwa 12-14 Minuten – was wiederum die Konsistenz des fertigen Teigs beeinflusst. Und wir haben den Teig nur halbiert und auf zwei großen Blechen gebacken.
Eines ist uns aber gleich aufgefallen, der Pizzateig macht mehr aus als der Pizzaofen. Unser alter „normaler“ Teig wurde im Pizzaofen nicht so viel besser, wie der 24 Stunden gegärte Teig im Backrohr.
Wenn ihr vorhabt öfter Pizza zu machen, lohnt sich die Investition in einen Pizzaofen allenfalls, unserer hat knapp € 100,- gekostet.
und Es heißt Pizze
und nicht „Pizzas“. Oder „Pizzen“. Oder „zweimal von der Meeresfrüchte-Pizza“ – da schlagen die italienischen Wurzeln bei mir durch, mi dispiace!
