Carbonara di zucchine

Da es nun endlich die langersehnten Zucchini gibt, mussten wir gleich mal eines unserer liebsten Sommergerichte kochen!

Vor Jahren hat meine Mutter diese außergewöhnliche Pasta in Italien gegessen und seitdem kochen bzw. verfeineren wir sie jedes Jahr aufs Neue.

Zucchini, Knoblauch und Eier sind hierbei die ganze Hexerei, ganz ohne Sahne!

Zubereitung

Die Zucchini sind der größte Auftrag – das sagen wir gleich! Zuerst schneiden wir sie in möglichst feine Scheiben. Dann in möglichst feine Streifen. Und dann in die feinsten Würfel. Zugegeben, das benötigt etwas Zeit, aber der Geschmack belohnt einen doppelt und dreifach. Die Zwiebel würfeln wir natürlich auch so fein wie möglich. Ab jetzt geht’s dann schnell voran.

In einer Pfanne rösten wir nun den Zwiebel in einer Mischung aus Olivenöl und Butter an und geben anschließend die Zucchiniwürfelchen dazu. Gemeinsam rösten wir das nun goldig gelb an, dann ist es Zeit mit einem kräftigen Schluck Madeira (oder Portwein) abzulöschen und die Flüssigkeit anschließend wieder auszukochen. zwischenzeitlich stellen wir bereits das Wasser für die Pasta auf.

Den Knoblauch pressen wir und die entstielten Kräuter hacken wir fein und geben sie dann dazu. Unsere tagesfrischen Eier verquirlen wir in einer Schüssel, geben eine Handvoll geriebenen Hartkäse sowie Salz und Pfeffer dazu und rühren alles gut durch.

Wir schalten die Herdplatte aus und nachdem wir alles mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt haben, geben wir nun die Eier dazu und rühren alles gut durch. Wer nicht auf Gas oder mit Induktion kocht, nimmt die Pfanne am besten von der heißen Platte, damit die Eimasse nicht zu stocken beginnt.

Die gekochten Spaghetti gießen wir nun ab und rühren sie in der Pfanne unter.

Zu Tisch bitte!

Wie eigentlich eh fast immer greifen wir zu den Pastaschalen unseres Vertrauens, diesmal in weiß gehalten, und richten die Nudeln an. Dann reiben wir noch ein bissl Hartkäse drüber und verzieren das Ganze noch mit ein wenig Oregano.

Zutatenliste

kleine Zucchini, 5 Stück
Zwiebel, 1 Stück
Knoblauch, 1 Knolle
Eier, 4 Stück
Basilikum, handvoll
Oregano, handvoll
Madeira oder Portwein
Hartkäse, zB Pecorino
Spaghetti, 500g
Es gilt wie immer „GAUMEN mal PI

MusikTIPP

RITCHIE BLACKMORE’S RAINBOW
Rainbow, 1975

Weil beim Produzieren wieder mal ein wunderbarer Regenbogen zu sehen war. Und immer wenn wir einen Regenbogen sehen, müssen wir an Ritchie Blackmore denken…

Zusätzliche Gedanken

Feintuning

Die Zucchini so fein wie möglich zu schneiden, darum geht’s. Nur dadurch verteilen sie sich entsprechend und behalten dennoch ihre Konsistenz. Wir wurden nämlich auch schon gefragt warum wir die Zucchini nicht einfach mit einer Reibe schaben oder mit einer Küchenmaschine häckseln – wegen der Konsistenz. Geschabt oder gehäckselt entsteht ein Zucchinibrei, der vielleicht für diverse Füllungen oder Saucen taugt, aber nicht für dieses einzigartige Rezept. Die vielen Oberflächen der Würfelchen nehmen enorm viele Röstaromen auf und bleiben dennoch bissfest.

Lange oder Runde?

Eine Frage, die man eher mit Semmeln assoziiert. Für die eine macht das ganz viel aus, dem anderen ist es schlichtweg egal. So ähnlich ist es auch bei den Zucchini, klein sollten sie jedenfalls sein. An sich kann man beide Arten verwenden, in unserem Fall gab’s gerade nur runde Zucchini zu kaufen. Diese lassen sich schneller verarbeiten, weil man von Beginn an größere Scheiben hat. Die Sauce erhält aber leider nicht die gleiche Färbung, da die runden Zucchini weniger Oberfläche und somit weniger Schale aufweisen, was sich dann in „weniger grün“ bzw. „weniger gelb“ niederschlägt. Optisch am schönsten wird sie unserer Meinung nach mit länglichen, grünen Zucchini. Traumhaft schmecken wird sie allemal!

Frische Eier vom Bauern

Tagesfrische Eier haben leider nur die wenigsten zu Verfügung. Wäre ein Grund sich Hühner anzuschaffen, Platz vorausgesetzt natürlich. Frische Eier vom Bauernmarkt oder aus einem der zahlreichen Hofläden in und um Graz sollten es auf jeden Fall sein. Der Qualität und vor allem dem Geschmack von Supermarkteiern trauen wir seit Jahren nicht mehr.
Und dass wir trotz meiner italienischen Wurzeln die ganzen Eier und nicht nur die Dotter verwenden, hängt auch wiederum mit der Tagesfrische der Eier zusammen. Das Eiklar ist viel kompakter und fester. Aber ja, an sich gehören nur die Dotter in eine Carbonara…