Kohl Kimchi

Wenn der Herbst Einzug hält, ist es Zeit das erste Kimchi anzusetzen. Da es zig Zubereitungsmethoden für dieses leckere und vitaminreiche, fermentierte Gemüse gibt, haben wir für unser Rezept gleich mal wieder was Neues ausprobiert.

Wir verwenden heute Grünkohl, Mandarinen und frische Chilis, wo wir sonst oft Chinakohl, Äpfel und Gochujang-Paste nehmen.

Ihr könnt grundsätzlich bei den Mengen sowie den verwendeten Zutaten sehr flexibel sein – mehr Chili, weniger oder keine Fischsauce – alles kein Problem.

Zubereitung

Kimchi lässt sich schnell herstellen und da sich das fermentierte Gemüse lange hält, empfiehlt es sich gleich eine größere Menge zu machen! Die Mengen in diesem Rezept sollten so in etwa für 12 Portionen reichen.

Die Kohlblätter vom Strunk lösen und in grobe Stücke schneiden und in einer Schüssel mit dem Salz vermengen. Den Kohl lassen wir nun 4-5 Stunden ziehen bis er weicher wird und Flüssigkeit verliert.

Den getrockneten Fisch in etwas Wasser einweichen und dann fein hacken. Die Chilis je nach gewollter Schärfe entweder von den Kernen befreien oder im Ganzen fein hacken (wir haben ohne Kerne gearbeitet, hatten allerdings auch zwei feurige Habaneros!). Den geschälten Knoblauch schneiden wir blättrig und das Zitronengras und den Ingwer hacken wir auch möglichst fein. Wir mischen nun Fisch, Chili, Zitronengras, Ingwer und Knoblauch mit der Misopaste, der Fisch- und Sojasauce und rühren alles gut durch. Die Karotten schneiden wir in feine Stifte, den Sellerie und die Zwiebel ebenso. Die einzelnen Spalten der Satsumas in kleine Würfel zerteilen. Dann mischen wir das alles mit der Sauce zusammen und lassen alles ziehen, bis der Kohl weiter verarbeitet werden kann.

Den eingesalzenen Kohl spülen wir nun kurz in einem Sieb durch, um überschüssiges Salz zu entfernen. Danach drücken wir ihn gut aus und geben ihn in eine Plastikschüssel. Die Schüssel muss unbedingt einen Deckel haben, da wir zum Schluss das ganze verschließen werden. Wir verwenden immer eine Germteigschüssel, weil hier gegebenenfalls auch der Deckel automatisch aufpoppt, falls sich zu viel Gas während der Fermentation bildet.

Nun geben wir die vorbereitete Gemüse-Saucen-Mischung zum Kohl und vermengen alles gut mit beiden Händen. Es ist wichtig, dass alle Blätter gut mit der Sauce in Berührung kommen, damit auch alles gut fermentiert. Dann den Deckel drauf und an einen möglichst kühlen Ort im Haus oder der Wohnung stellen. Fermentierung funktioniert bei jeder Zimmertemperatur, nur je wärmer es ist, desto schneller geht’s dahin. Da wir unser Kimchi in etwa eine Woche arbeiten lassen wollen, empfehlen sich niedrigere Temperaturen um eine Übersäuerung zu vermeiden. Wir lagern es daher immer im Keller bei ca. 15°C. Bei höheren Zimmertemperaturen einfach kürzer fermentieren lassen.

Zu Tisch bitte!

Kimchi kann alleine oder als Zuspeise serviert werden. Vor dem Servieren immer den gesamten Inhalt eurer Kimchiproduktion gut durchrühren, damit sich alles vor dem Anrichten nochmals vermengen kann. Am besten in kleinen Schüsselchen anrichten und mit ein wenig geröstetem Sesam garnieren.

Wir haben uns hier im japanischen Bento-Style verschiedene Beilagen zum Reis gemacht. Da darf etwas Fermentiertes niemals fehlen! Schaut euch unbedingt auch unser Rezept für eingelegten Pak Choi an! Das findet ihr hier.

Zutatenliste

Grünkohl, 2 Köpfe
Karotten, 3 Stück
Stangensellerie, 1/2 Stange
Zwiebel, 3 Stück
Mandarinen (Satsuma), 2 Stück
frische Chilis, 2 Stück bzw, nach Belieben
Fischsauce, 4 EL
dunkle Sojasauce, 3 EL
rote Misopaste, 3 EL
Zitronengras, 1 Stange
Ingwer, daumengroß
Knoblauch, 1 Knolle
getrockneter Fisch, 20g (optional)
Salz, 4 EL
Es gilt wie immer „GAUMEN mal PI

MusikTIPP

KATALOG, VOL. 4A
Verschiedene Interpreten, 2015

Eine Sammlung wahrlich grandioser Minimal-Electro-Nummern. Deshalb auch nur eine minimale Beschreibung. Reinhören und abgrooven!

Zusätzliche Gedanken

Fermentiert wird!

Ganz egal für welche Zutaten ihr euch entschieden habt, das Essentielle ist die Milchsäuregeräung, also die Fermentation. Wenn ihr das erste mal fermentiert, probiert einfach jeden Tag von eurem Ferment, dann bekommt ihr eine Ahnung wie sich der Säuregrad über die Tage entwickelt. Wie bereits erwähnt kommt es auf die Temperatur und die Dauer an – wärmer heißt kürzer, kälter heißt länger. Wer’s weniger sauer mag, kann die Fermentation bereits nach wenigenTagen abbrechen. Oder besser gesagt verlangsamen. Denn Kimchi fermentiert immer weiter, im Kühlschrank wird der Prozess aber enorm verlangsamt.

Vitaminbombe im Winter

Gerade in Zeiten wo wenig frisches Gemüse verfügbar ist, bietet Kimchi eine willkommene Abwechslung. Die vielen Vitamine werden durch die Fermentation konserviert und ihr macht eine größere Fuhr auf einmal und habt dann für die folgenden Tage immer eine vitaminreiche Beilage, die durch die vielen Ballaststoffe auch die Verdauung fördern.

Kimchi-Käse-Toast

Eine weitere Methode euer Kimchi weiterzuverarbeiten ist ein Kimchi-Toast mit Käse. Was sich zunächst etwas skurril anhört, ist ein wahrer Genuss. Aber dazu ein anderes Mal mehr! Ganz Mutige probieren es einfach mal aus.