Less Waste

Einkaufen, mit möglichst wenig Müll

Verpackungsfrei einkaufen mit Stoffsackerl, Gemüsenetzen und dem guten alten „Tuppertegel“

Mit dem Begriff „Zero Waste“ tun wir uns immer ein bisschen schwer. Irgendwie suggeriert er für uns, dass man sämtlichen Müll vermeiden muss bzw. dass es möglich wäre keinen Müll zu verursachen. So in etwa wie bei „Vollbeschäftigung“ kommt man da sehr schnell ins Schwarzweißdenken und gerade in Zeiten der Cancel Culture wissen wir genau, was es da dann wieder für kluge Sprüche gibt. „Wennst ja doch Sachen im Plastik kaufst, dann kannst es eh gleich lassen“, fällt uns da als erstes ein.

Das ist aber falsch, denn wir sind der Meinung, dass man immer und überall Abfälle vermeiden kann, vor allem die unnötigen. Und gerade von denen gibt es leider unendlich viele, doch genau hier kann ein jeder Mensch auch etwas dagegen tun. Also nennen wir es doch „Less Waste“ und vermeiden zunächst einfach mal den Müll, der unnötig ist.

Doch wie sieht das jetzt genau aus? Was machen wir um uns dieses „Less Waste Prinzip“ umzusetzen?
Im folgenden sammeln wir laufend unsere Erfahrungen und erläutern euch unsere Ideen dahinter.

Einkaufen am Bauernmarkt

Einer der vielen Gründe warum wir gerne auf Bauernmärkten einkaufen ist, dass man hier tatsächlich komplett verpackungsfrei einkaufen kann. Wenn man will. Denn klarerweise gibt es überall noch Plastiksackerl. Aber alles was man für einen verpackungsfreien Einkauf benötigt, hat man entweder bereits zuhause oder man kann es günstig und leicht besorgen.

Was ist nun unsere ideale „Ausrüstung“ für den Markteinkauf?

Nun ja, die Grundlage sind vier bis fünf Stoffsackerl für sämtliche Gemüsesorten, die stück- bzw. kiloweise gekauft werden.
Für Kleineres bzw. kleinere Einheiten, zB Kohlsprossen, Vogerlsalat oder Cocktailtomaten, verwenden wir sogenannte wiederverwendbare Gemüsenetze. Die gibt’s zB im Supermarkt zu kaufen.
Für beides gilt, sie alle paar Wochen mal zu waschen, da das Gemüse immer mal nässen kann oder etwas kaputt geht. Wir waschen unsere Sackerl dann immer mit den Geschirrtüchern mit.
Kaufen wir Fisch oder Fleisch haben wir immer unsere Lebensmittelbehälter aus Kunststoff dabei, im Volksmund auch „Tuppertegel“ genannt. Diese waschen wir nach dem Gebrauch im Geschirrspüler mit, damit sie uns die darauffolgende Woche wieder frisch zu Verfügung stehen.

Und da wir keine Auto besitzen und alles zu Fuß bzw. mit den Öffis erledigen, ist das Herzstück des Ganzen ein großer Rucksack. Für die richtig großen oder schweren Einkäufe haben wir auch noch einen Shopper. Das ist dieser Trolley, der inzwischen schon von allen Altersgruppen nachgezogen wird, nicht mehr wie früher, nur von den älteren Damen.

Mit diesem Setup können wir unsere Einkaufstour nahezu verpackungsfrei abschließen. Lediglich Käse lassen wir derzeit noch in das dünne Papier einschlagen und wenn wir geräucherten Fisch oder Fischsulz kaufen, sind diese in Plastik eingeschweißt. Luft nach oben gibt es eben immer, das ist aber halb so schlimm, denn zum Großteil haben wir bereits komplett auf Verpackungsmüll verzichten können.

Und einen weiteren Faktor dürfen wir beim Einkauf auf lokalen Bauernmärkten nicht außer Acht lassen: Die Ware wird dort in Kisten angeliefert und verursacht auch vor dem Einkauf keinen Müll. In Supermärkten ist vieles eingeschweißt bzw. sind die großen Einheiten oft noch einmal mit mehreren Schichten Plastikfolie umwickelt. Dieser oft „unsichtbare“ Müll entfällt auf den Märkten komplett.